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Zeitarbeit vs. Direktvermittlung: Was ist für deinen Betrieb die richtige Wahl?

28. Mai
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 23. Sept.

Wenn du zum ersten Mal mit einem Personaldienstleister zu tun hast, wirkt der Markt schnell unübersichtlich: Zeitarbeit, Arbeitskräfteüberlassung, Leasing, Direktvermittlung, Headhunting. Was bedeutet was – und welches Modell passt zu deinem Betrieb? Hier bekommst du einen ehrlichen Vergleich mit Vor- und Nachteilen, Kosten und einer klaren Entscheidungshilfe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zeitarbeit (Arbeitskräfteüberlassung): Die Fachkraft bleibt beim Personaldienstleister angestellt und arbeitet in deinem Betrieb. Schnell und flexibel, pro Stunde aber teurer.

  • Try & Hire: Die Fachkraft startet über Überlassung und kann später in deinen Betrieb übernommen werden.

  • Direktvermittlung: Der Personaldienstleister findet die Fachkraft, du stellst sie direkt an. Einmalige Provision, dafür langfristige Bindung.

  • Headhunting: Direktvermittlung für Führungskräfte und Spezialisten, die gar nicht aktiv suchen.

  • Welches Modell passt, hängt davon ab, wie lange du jemanden brauchst, wie wichtig die Stelle ist und wie viel Zeit du für die Suche hast.

Modell 1: Zeitarbeit (Arbeitskräfteüberlassung)

In Österreich heißt Zeitarbeit rechtlich Arbeitskräfteüberlassung und ist im Arbeitskräfteüberlassungsgesetz (AÜG) geregelt. Umgangssprachlich spricht man auch von Leasing oder Personalleasing. Die Fachkraft ist beim Personaldienstleister angestellt und arbeitet in deinem Betrieb. Du bezahlst einen Stundensatz, der Dienstleister kümmert sich um Vertrag, Lohnverrechnung und Sozialversicherung.

Vorteile:

  • Schnell verfügbar – oft innerhalb weniger Tage

  • Flexibel: Die Zusammenarbeit lässt sich an deinen Bedarf anpassen

  • Kein Aufwand für Lohnverrechnung und Vertragswesen auf deiner Seite

  • Du lernst die Person im Arbeitsalltag kennen, bevor du dich festlegst

Nachteile:

  • Höhere Kosten pro Stunde als bei einer Festanstellung

  • Oft geringere Bindung an deinen Betrieb

  • Bei häufigem Wechsel musst du öfter neu einarbeiten

Rechtlich wichtig: Überlassene Arbeitskräfte haben in Österreich grundsätzlich Anspruch auf das kollektivvertragliche Entgelt, das in deinem Betrieb für vergleichbare Arbeitnehmer:innen gilt. Zeitarbeit ist also kein Weg, Lohnkosten zu drücken – sondern ein Weg, flexibel zu bleiben.

Wann Zeitarbeit sinnvoll ist: bei kurzfristigen Engpässen, Saisonspitzen, Krankenstands- oder Karenzvertretungen und Projekten mit klarem Ende.

Modell 2: Try & Hire – erst kennenlernen, dann übernehmen

Try & Hire verbindet Überlassung und Festanstellung: Die Fachkraft startet über den Personaldienstleister bei dir und kann nach einer vereinbarten Zeit in deinen Betrieb übernommen werden. So siehst du im Alltag, ob fachlich und menschlich alles passt – und die Fachkraft sieht, ob dein Betrieb zu ihr passt.

Für beide Seiten sinkt damit das Risiko einer Fehlbesetzung. Die Bedingungen für die Übernahme werden vorab mit dem Personaldienstleister vereinbart, damit es später keine Überraschungen gibt.

Modell 3: Direktvermittlung

Bei der Direktvermittlung sucht der Personaldienstleister für dich – und du stellst die Person direkt in deinem Betrieb an. Vom ersten Tag an ist sie Teil deines Teams. Du zahlst eine einmalige Vermittlungsprovision, die häufig in Monatsgehältern oder als Anteil am Jahresgehalt berechnet wird.

Vorteile:

  • Langfristige Lösung: Die Fachkraft identifiziert sich von Anfang an mit deinem Betrieb

  • Der Dienstleister übernimmt Suche, Direktansprache, Vorauswahl und erste Gespräche

  • Du erreichst auch Fachkräfte, die gar nicht aktiv suchen

  • Einmalige Kosten statt laufender Stundensätze

Nachteile:

  • Höhere Einmalkosten als bei der Eigensuche

  • Die Suche dauert länger als bei Zeitarbeit – meist einige Wochen

Wann Direktvermittlung sinnvoll ist: bei Schlüsselstellen, bei Fachkräften, die langfristig bleiben sollen, und wenn dir intern Zeit oder Reichweite für die Suche fehlen.

Modell 4: Headhunting

Headhunting ist Direktvermittlung für Führungskräfte und seltene Spezialist:innen. Dabei werden gezielt Menschen angesprochen, die gar nicht auf Jobsuche sind – diskret und oft über einen längeren Zeitraum. Das ist aufwendiger, aber bei Positionen wie Werkstatt- oder Produktionsleitung, Pflegedienstleitung oder hoch spezialisierten Techniker:innen oft der einzige Weg.

Die Entscheidungshilfe

  • Kurzfristiger Engpass unter 3 Monaten: Zeitarbeit

  • Du bist unsicher, ob jemand ins Team passt: Try & Hire

  • Langfristige Schlüsselstelle: Direktvermittlung

  • Führungsposition oder seltene Spezialisierung: Headhunting

  • Mehrere Stellen gleichzeitig und schwankender Bedarf: Rahmenvereinbarung mit einem Personaldienstleister

Was kostet was? Ein ehrlicher Vergleich

Zeitarbeit wirkt auf den ersten Blick teuer, weil der Stundensatz deutlich über dem Lohn liegt. Darin stecken aber auch Lohnnebenkosten, Sonderzahlungen, Urlaub, Krankenstand, Verwaltung und das Risiko des Dienstleisters. Direktvermittlung kostet einmalig – danach zahlst du nur noch das Gehalt.

Faustregel: Je länger du jemanden brauchst, desto eher rechnet sich die Direktvermittlung. Und egal welches Modell du wählst: Am teuersten ist meistens die Stelle, die gar nicht besetzt ist. Wie viel sie wirklich kostet, zeigt unser Artikel Was kostet eine unbesetzte Stelle wirklich?

Und in Deutschland oder der Schweiz?

Auch in Deutschland und der Schweiz gibt es Arbeitnehmerüberlassung und Direktvermittlung, jeweils mit eigenen gesetzlichen Regeln. Für Betriebe in Bayern und Baden-Württemberg bieten wir ausschließlich Direktvermittlung an – mehr dazu auf unseren Seiten für Bayern und Baden-Württemberg.

Häufige Fragen

Ist Zeitarbeit dasselbe wie Arbeitskräfteüberlassung? Ja. In Österreich heißt Zeitarbeit rechtlich Arbeitskräfteüberlassung, umgangssprachlich auch Leasing oder Personalleasing.

Was ist günstiger – Zeitarbeit oder Direktvermittlung? Kurzfristig oft Zeitarbeit, langfristig meist Direktvermittlung, weil du nur einmal zahlst.

Kann ich eine Zeitarbeitskraft übernehmen? Ja, genau das ist das Prinzip von Try & Hire. Die Bedingungen werden vorab mit dem Personaldienstleister vereinbart.

Wie lange dauert eine Direktvermittlung? Das hängt von Beruf und Region ab. Meist stellen wir dir nach wenigen Wochen die ersten passenden Kandidat:innen vor.

Welches Modell passt zu dir?

Wir beraten dich ehrlich, welches Modell zu deiner Situation passt – auch wenn die Antwort einmal „Such selbst“ lautet. Mehr zu unserer Personalvermittlung oder direkt über unser Kontaktformular.

Meld dich gerne direkt bei mir – ich helfe dir weiter: philipp[at]hofer-personal.at

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