Ein Personaldienstleister reicht doch. Oder? Eine Rechnung.
Viele Betriebe arbeiten seit Jahren mit einem einzigen Personaldienstleister. Das ist bequem, man kennt sich, die Abläufe passen. Wenn wir anrufen, hören wir oft: „Danke, wir haben schon jemanden und sind zufrieden.“
Das ist ein gutes Zeichen. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die Zahlen, denn eine offene Stelle ist kein neutraler Zustand. Sie kostet jeden Tag Geld.

Was eine offene Stelle kostet
1. Fehlende Wertschöpfung. In Österreich erwirtschaftet jede erwerbstätige Person im Schnitt rund 97.700 € im Jahr (Bruttoregionalprodukt je Erwerbstätigem 2024, WKO nach Statistik Austria). Bei rund 225 Arbeitstagen sind das etwa 430 € pro Arbeitstag. Ein leerer Arbeitsplatz erwirtschaftet davon nichts.
2. Die Faustformel aus dem Personalwesen. Viele Personalabteilungen rechnen so:
Kosten pro Tag = Jahresgehalt × Faktor ÷ 365
Der Faktor liegt je nach Bedeutung der Stelle zwischen 1 und 3. Für eine Fachkraft mit 55.000 € Jahresgehalt und Faktor 1,5 ergibt das rund 230 € pro Kalendertag:
- 30 Tage offen: rund 6.800 €
- 90 Tage offen: rund 20.300 €
3. Was in keiner Formel steht:
- Überstunden der Kollegen, mit 50 % oder 100 % Zuschlag.
- Aufträge, die du ablehnst oder später lieferst, und Kunden, die dann woanders bestellen.
- Müdigkeit und Fehler im Team, und im schlimmsten Fall eine weitere Kündigung.
Die Zahlen sind Richtwerte, keine genaue Rechnung für deinen Betrieb. Sie zeigen aber die Größenordnung. Für deine eigenen Zahlen gibt es unseren Rechner für die Kosten einer offenen Stelle.
Warum ein zweiter Dienstleister diese Kosten senken kann
Jeder Dienstleister hat andere Kandidaten. Gute Fachkräfte sind meistens nur bei einem Personaldienstleister gemeldet. Wer nur mit einem Partner arbeitet, sieht nur dessen Auswahl. Kaufmännisch heißt das: Du verzichtest auf einen Teil des Markts.
Zeit ist hier Geld. Findet ein zweiter Partner die passende Person nur vier Wochen früher, sparst du in unserem Beispiel rund 7.000 €.
Bei der Direktvermittlung zahlst du für Erfolg. Das Honorar fällt in der Regel erst an, wenn jemand eingestellt wird. Solange der zweite Partner niemanden liefert, der passt, kostet er dich nichts außer einem Telefonat.
Weniger Abhängigkeit. Hat dein einziger Partner gerade niemanden, wird er teurer oder geht dein Ansprechpartner, stehst du ohne Lösung da. Fachleute nennen das Klumpenrisiko.
Wettbewerb hält Leistung und Preis ehrlich. Wer vergleichen kann, weiß, ob Konditionen und Qualität noch stimmen. Das hilft auch der bestehenden Zusammenarbeit.
Was dagegen spricht und wie man es löst
Mehrere Partner bedeuten etwas mehr Abstimmung. Ein Kandidat darf nicht von zwei Seiten vorgestellt werden. Und manche Dienstleister geben bei Exklusivität bessere Konditionen.
So lässt sich das gut regeln:
- Ein Hauptpartner für den Großteil deiner Stellen.
- Ein zweiter Partner für bestimmte Berufe, Regionen oder Engpässe.
- Eine klare Regel: Wer den Kandidaten zuerst schriftlich vorstellt, der zählt.
Unser Fazit
Treue zum Dienstleister ist gut. Treue zur besten Besetzung ist besser. Rechne einmal nach, was deine offene Stelle pro Woche kostet. Dann ist ein zweiter Partner keine Frage der Loyalität, sondern eine kaufmännische Entscheidung.
Hast du eine Stelle, die schon länger offen ist? Wir schauen gerne, ob wir passende Leute haben, unabhängig davon, mit wem du sonst zusammenarbeitest. Ruf uns an unter +43 699 116 255 98 oder buche ein kostenloses Erstgespräch.
Quellen: Bruttoregionalprodukt je Erwerbstätigem 2024, WKO-Statistik nach Statistik Austria; Faustformel Vakanzkosten (Jahresgehalt × Faktor 1 bis 3 ÷ 365) laut gängigen Personal-Ratgebern, z. B. onlyfy (XING). Beispielwerte gerundet.
Geschrieben von
Philipp Hofer & Team
Philipp Hofer ist Gründer von Hofer Personal. Gemeinsam mit unserem Team begleiten wir KMU in Österreich, der Ostschweiz und Süddeutschland bei der Personalsuche und der Unternehmensnachfolge – mit 32 Jahren Erfahrung und im Schnitt über 250 Vermittlungen pro Jahr.
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