Was kostet dein erster Mitarbeiter wirklich?
Viele Gründer rechnen mit dem Bruttolohn – und erschrecken dann bei der ersten Lohnabrechnung. Hier siehst du, was ein Mitarbeiter in Österreich wirklich kostet, mit einer Beispielrechnung zum Nachrechnen.
Das Wichtigste in Kürze
- In Österreich zahlst du in fast allen Branchen 14 Gehälter im Jahr: 12 Monatslöhne plus Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
- Dazu kommen rund 30 % Lohnnebenkosten auf jeden Bruttolohn.
- Faustregel: Bruttolohn × 14 × 1,3 = deine Kosten im Jahr.
- Bezahlt wird das ganze Jahr, gearbeitet aber nur rund 42 bis 44 Wochen (Urlaub, Feiertage, Krankenstand).
- Als Gründer sparst du im ersten Jahr einen Teil der Lohnnebenkosten – wenn du rechtzeitig daran denkst.
Vom Bruttolohn zu den echten Kosten
Der Bruttolohn ist nur der Anfang. Wie hoch er mindestens sein muss, steht im Kollektivvertrag deiner Branche. Welcher Kollektivvertrag für dich gilt, hängt von deiner Gewerbeberechtigung ab. Das sagt dir die Wirtschaftskammer.
Auf den Bruttolohn kommen zwei Dinge dazu:
- Sonderzahlungen: Urlaubs- und Weihnachtsgeld, meist je ein voller Monatslohn. Aus 12 Löhnen werden so 14.
- Lohnnebenkosten: Beiträge, die du als Arbeitgeber zusätzlich zum Bruttolohn zahlst – an die Sozialversicherung, das Finanzamt und die Gemeinde.
Die Lohnnebenkosten im Überblick (2026)
Diese Beiträge zahlst du als Arbeitgeber auf den Bruttolohn eines Angestellten oder Arbeiters, Beispiel Vorarlberg:
- Pensionsversicherung12,55 %
- Krankenversicherung3,78 %
- Arbeitslosenversicherung2,95 %
- Unfallversicherung1,10 %
- Insolvenz-Entgeltsicherung und Wohnbauförderung0,60 %
- Mitarbeitervorsorgekasse (Abfertigung neu)1,53 %
- Dienstgeberbeitrag (DB)3,70 %
- Zuschlag zum DB (Vorarlberg)0,33 %
- Kommunalsteuer3,00 %
- Zusammen: rund 29,5 % – also knapp 30 % auf jeden Bruttolohn
Der Zuschlag zum DB ist je Bundesland etwas anders, zum Beispiel 0,39 % in Tirol und 0,31 % in Oberösterreich. Am Ergebnis „rund 30 %“ ändert das wenig.
Beispielrechnung: Monteur mit 2.800 Euro brutto
Ein Rechenbeispiel, kein Durchschnittswert. Setz für deinen Betrieb den Lohn laut Kollektivvertrag ein.
- 12 Monatslöhne × 2.800 Euro33.600 Euro
- Urlaubs- und Weihnachtsgeld, 2 × 2.800 Euro5.600 Euro
- Lohnnebenkosten, rund 29,5 % von 39.200 Euro11.580 Euro
- Kosten im Jahr: rund 50.800 Euro – gut 4.200 Euro pro Monat
Aus 2.800 Euro „auf dem Papier“ werden also rund 4.200 Euro im Monat, die du verdienen musst. Die Faustregel Brutto × 14 × 1,3 kommt auf fast dasselbe Ergebnis.
Was sonst noch dazukommt
- Ausstattung: Arbeitskleidung, Schutzausrüstung, Werkzeug, eventuell ein Fahrzeug oder ein Arbeitsplatz im Büro.
- Lohnverrechnung: Machst du sie nicht selbst, verrechnet dir die Steuerberatung oder ein Lohnverrechner pro Abrechnung.
- Einarbeitung: In den ersten Wochen arbeitet der neue Mitarbeiter noch nicht voll mit – und du zeigst ihm vieles selbst.
- Arbeitsschutz: Die Betreuung durch Sicherheitsfachkraft und Arbeitsmedizin ist für kleine Betriebe über AUVAsicher kostenlos. Du musst sie aber anfordern.
Bezahlt das ganze Jahr, produktiv rund 43 Wochen
Dein Mitarbeiter hat 5 Wochen Urlaub, dazu kommen die Feiertage und ein paar Tage Krankenstand. Übrig bleiben meist rund 42 bis 44 Wochen, in denen er wirklich arbeitet.
Im Beispiel heißt das: 50.800 Euro geteilt durch rund 1.720 produktive Stunden (40 Stunden × 43 Wochen) ergibt rund 30 Euro pro Stunde – nur für den Lohn. Dein Stundensatz an den Kunden muss das decken, dazu Material, Fahrzeug, Büro und deinen Gewinn.
So sparst du als Gründer
Neugründer zahlen für ihre ersten Mitarbeiter 12 Monate lang einen Teil der Lohnnebenkosten nicht: Dienstgeberbeitrag, Zuschlag, Wohnbauförderung und Unfallversicherung. Das sind zusammen gut 5,6 % – im Beispiel rund 2.200 Euro im ersten Jahr. Wie das geht und was du dafür brauchst, steht in unserem Beitrag Förderungen für deinen ersten Mitarbeiter.
Willst du die Lohnverrechnung und das Risiko von Krankenstand und Urlaub am Anfang gar nicht selbst tragen, lies Fix anstellen oder zuerst Personal auf Zeit?
Häufige Fragen
Wie viel kostet ein Mitarbeiter mit 2.500 Euro brutto?
Mit der Faustregel Brutto × 14 × 1,3 sind das rund 45.500 Euro im Jahr, also knapp 3.800 Euro pro Monat. Den genauen Betrag rechnet dir deine Lohnverrechnung.
Muss ich wirklich 14 Gehälter zahlen?
Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht im Gesetz geregelt, aber in fast allen Kollektivverträgen vorgeschrieben. Gilt für deine Branche ein Kollektivvertrag, musst du sie zahlen.
Sind Lohnnebenkosten bei Teilzeit niedriger?
Der Prozentsatz bleibt gleich, er wird nur von einem kleineren Bruttolohn berechnet. Bei geringfügig Beschäftigten gelten eigene Regeln, die dir die Lohnverrechnung erklärt.
Stand Oktober 2026. Die Angaben gelten für Österreich und sind sorgfältig geprüft, ersetzen aber keine Beratung im Einzelfall. Die genauen Zahlen für deinen Betrieb rechnet dir deine Lohnverrechnung oder Steuerberatung.
Geschrieben von
Philipp Hofer & Team
Philipp Hofer ist Gründer von Hofer Personal. Gemeinsam mit unserem Team begleiten wir KMU in Österreich, der Ostschweiz und Süddeutschland bei der Personalsuche und der Unternehmensnachfolge – mit über 30 Jahren Erfahrung und im Schnitt über 250 Vermittlungen pro Jahr.
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