So findest du deinen ersten Mitarbeiter
Gute Fachkräfte sind gefragt, und als junger Betrieb kennt dich noch kaum jemand. Mit einem klaren Plan findest du trotzdem die richtige Person, und zwar schneller, als du denkst.
Das Wichtigste in Kürze
- Schreib auf, was dein Mitarbeiter können muss und was nur schön wäre.
- Im Stelleninserat musst du in Österreich das Mindestgehalt angeben.
- Die besten Kandidaten kommen oft über Empfehlungen. Erzähl allen, dass du suchst.
- Entscheide schnell: Gute Leute sind nach wenigen Tagen weg.
- Vereinbare einen Probemonat und halte ihn schriftlich fest.
1. Was soll dein Mitarbeiter können?
Bevor du suchst, schreib auf: Welche Aufgaben gibst du ab? Wie viele Stunden in der Woche? Ab wann? Und dann trenn streng zwischen Muss und Wäre schön. Eine zu lange Wunschliste schreckt genau die Leute ab, die du suchst.
2. Das Stelleninserat
Ein gutes Inserat ist kurz und ehrlich. Hinein gehören:
- Die Aufgaben in einfachen Worten
- Arbeitszeit, Arbeitsort und Beginn
- Das Gehalt: In Österreich musst du das Mindestentgelt laut Kollektivvertrag angeben und ob du bereit bist, mehr zu zahlen. Das verlangt das Gleichbehandlungsgesetz.
- Was dich als Arbeitgeber ausmacht: kurze Wege, Mitsprache, ein neues Team
- Ein einfacher Weg zur Bewerbung, zum Beispiel ein Anruf oder eine kurze Nachricht, ohne Lebenslauf-Pflicht
Formuliere das Inserat geschlechtsneutral, zum Beispiel „Elektriker (m/w/d)“.
3. Wo du suchst
- Dein Netzwerk: Kunden, Lieferanten, Freunde, frühere Kollegen. Empfehlungen sind oft die besten Kandidaten.
- AMS: Inserate im eJob-Room sind kostenlos, und das AMS schlägt dir Kandidaten vor.
- Regionale Jobportale und Social Media: Dort erreichst du Leute aus deiner Umgebung.
- Berufsschulen und Lehrlingsstellen: wenn du ausbilden willst.
- Personalvermittlung: Sie erreicht auch Fachkräfte, die gerade keine Stellenanzeigen lesen.
4. Das Gespräch
Lade passende Bewerber innerhalb weniger Tage ein. Erzähl ehrlich, wie dein Betrieb tickt und was du dir vorstellst. Frag nach konkreten Situationen: „Wie bist du bei deinem letzten Auftrag vorgegangen, als …?“ Zeig den Arbeitsplatz und, wenn es passt, das Team.
Vorsicht beim Probearbeiten: Sobald jemand bei dir mitarbeitet, muss er vorher angemeldet sein, auch für einen einzigen Tag.
5. Zusage und Probemonat
Sag schnell zu, wenn es passt, und halte alles schriftlich fest. Ein Probemonat ist in Österreich üblich: Im ersten Monat können beide Seiten das Arbeitsverhältnis jederzeit ohne Frist beenden. Länger als einen Monat darf die Probezeit in der Regel nicht dauern, nur bei Lehrlingen sind es drei Monate. Vereinbare sie schriftlich, zum Beispiel im Dienstzettel.
Wie es nach der Zusage weitergeht, steht in Ersten Mitarbeiter anmelden: Schritt für Schritt.
Häufige Fragen
Muss ich wirklich ein Gehalt ins Inserat schreiben?
Ja. In Österreich musst du das Mindestentgelt laut Kollektivvertrag angeben und ob du bereit bist, mehr zu zahlen. Beim ersten Verstoß gibt es eine Verwarnung, danach eine Geldstrafe.
Wie lange dauert die Suche?
Das hängt stark vom Beruf und der Region ab. Bei gefragten Fachkräften kann es Monate dauern. Je schneller du nach einer Bewerbung reagierst, desto besser sind deine Chancen.
Darf ich jemanden unbezahlt probearbeiten lassen?
Ein kurzes Kennenlernen ohne echte Mitarbeit ist möglich. Sobald jemand mitarbeitet, ist es ein Arbeitsverhältnis. Dann musst du vorher anmelden und bezahlen.
Stand Oktober 2026. Die Angaben gelten für Österreich und sind sorgfältig geprüft, ersetzen aber keine Beratung im Einzelfall. Die genauen Zahlen für deinen Betrieb rechnet dir deine Lohnverrechnung oder Steuerberatung.
Geschrieben von
Philipp Hofer & Team
Philipp Hofer ist Gründer von Hofer Personal. Gemeinsam mit unserem Team begleiten wir KMU in Österreich, der Ostschweiz und Süddeutschland bei der Personalsuche und der Unternehmensnachfolge, mit über 30 Jahren Erfahrung und im Schnitt über 250 Vermittlungen pro Jahr.
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