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Mitarbeiter halten ist das neue Mitarbeiter finden – Retention im Pflegebereich

  • Autorenbild: Mary
    Mary
  • 25. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Deine neue DGKP hat 14 Monate gebraucht, um vollständig eingearbeitet zu sein. Sie kennt die Bewohner. Sie weiß, wie das Haus tickt. Sie ist ein wertvoller Teil des Teams. Jetzt kündigt sie.

Was wäre das wert gewesen, sie zu halten? Die Antwort ist: sehr viel mehr als du denkst. Und sehr viel weniger als du ausgeben müsstest.


Warum Pflegekräfte wirklich kündigen

Wir haben in den letzten Jahren viele Gespräche mit Pflegekräften geführt, die gekündigt haben – oder kurz davor standen:

  • Platz 1: Dienstplan – mangelnde Mitsprache, kurzfristige Änderungen, keine Rücksicht auf Privatleben

  • Platz 2: Führungsverhalten – fehlende Wertschätzung, kein Feedback, keine Entscheidungsfreiheit

  • Platz 3: Teamklima – Konflikte, die nicht gelöst werden; kumulierende Last durch Abgänge

  • Platz 4: Fehlende Entwicklung – keine Weiterbildung, kein Karrierepfad, keine Perspektive

  • Platz 5: Gehalt – oft erst auf Platz 5, aber häufiger Auslöser beim Vergleich mit anderen Angeboten

Was auffällt: Die meisten Kündigungsgründe haben nichts mit dem Gehalt zu tun. Das ist eine gute Nachricht – denn an vielen dieser Stellschrauben kannst du drehen, ohne das Budget zu sprengen.



Sofort-Maßnahmen: Was du diese Woche umsetzen kannst

  • Ein echtes, offenes Gespräch führen: Was läuft gut? Was nervt? Was würdest du ändern?

  • Dienstplan-Mitsprache einführen: Auch wenn nicht jeder Wunsch erfüllbar ist – das Gefühl, gehört zu werden, macht einen riesigen Unterschied

  • Danke sagen: Klingt banal, ist es nicht. Ein persönliches Danke vom Vorgesetzten für einen gut gelösten schwierigen Tag hat nachweislich Bindungswirkung


Mittelfristige Strategien: Was in 3–6 Monaten Wirkung zeigt

  • Weiterbildungsbudget definieren: Auch 500–1.000 EUR pro Mitarbeiter und Jahr senden ein starkes Signal

  • Karrierepfade kommunizieren: Pflegerin – Teamleiterin – Bereichsleiterin. Zeig, dass Entwicklung möglich ist

  • Mentoring-System einführen: Erfahrene Kräfte begleiten neue – schafft Verbindung und Verantwortung

  • Flexible Arbeitszeitmodelle prüfen: Teilzeit, Gleitzeit, Job-Sharing – was ist in eurem Haus möglich?


Was Pflegekräfte wirklich wollen – Umfragedaten 2026

  • 83 Prozent nennen Wertschätzung als wichtigsten Faktor für Zufriedenheit

  • 76 Prozent wünschen sich mehr Mitsprache beim Dienstplan

  • 71 Prozent wollen Weiterbildungsmöglichkeiten – aber nur 41 Prozent bekommen sie

  • 67 Prozent würden für einen besseren Vorgesetzten auf 10 Prozent Gehalt verzichten

  • Nur 31 Prozent nennen Gehalt als Hauptmotivation – aber 79 Prozent nennen es als Trigger beim Kündigen


Der Retention-Selbstcheck: 5 ehrliche Fragen

  • Wissen unsere Mitarbeiter, was wir von ihnen erwarten und was sie bei uns entwickeln können?

  • Haben unsere Mitarbeiter das Gefühl, beim Dienstplan und bei Abläufen mitentscheiden zu können?

  • Wann haben wir als Führung das letzte Mal aktiv Danke gesagt?

  • Welche Weiterbildung haben wir in den letzten 12 Monaten aktiv angeboten?

  • Kennen wir die privaten Lebensumstände unserer Mitarbeiter – so weit, dass wir beim Dienstplan Rücksicht nehmen können?


Fazit: Halten kostet weniger als Suchen

Die Neubesetzung einer DGKP-Stelle kostet zwischen 8.000 und 25.000 EUR – wenn man Einarbeitungszeit, Produktivitätsausfall, Überstunden der Kollegen und Rekrutierungsaufwand einrechnet. Gegen diesen Betrag sind die meisten Retention-Maßnahmen ein Schnäppchen.

Für weitere Informationen oder persönliche Unterstützung erreichst du uns direkt über unser Kontaktformular.

Du brauchst Unterstützung oder hast noch offene Fragen? Ich höre zu: philipp[at]hofer-personal.at

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