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CNC-Fräser finden: Direktansprache statt Inserat

8. Okt.
5 Min. Lesezeit

Das Inserat läuft seit Wochen, und an der Fräse steht immer noch keiner. Die wenigen Bewerbungen passen nicht: zu wenig Erfahrung an der Maschine, eine andere Steuerung oder seit Jahren raus aus der Zerspanung. Am Text deiner Anzeige liegt das selten. Die Fräser, die du suchst, haben einen Job und lesen keine Stellenanzeigen. Wer einen CNC-Fräser finden will, muss ihn ansprechen. Wie das funktioniert, ohne aufdringlich zu sein, zeigen wir dir hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fräser und Dreher stehen 2026 auf der bundesweiten Mangelberufsliste. Gute Leute sind in Beschäftigung und schauen kaum auf Jobbörsen.

  • Gewechselt wird selten wegen ein paar Euro. Den Ausschlag geben Maschinenpark, Steuerung, Schichtmodell und der Umgang im Betrieb.

  • Direktansprache klappt, wenn dein Angebot konkret ist und du nach dem ersten Gespräch rasch entscheidest.

Warum auf dein Inserat kein Fräser antwortet

Seit 1. Jänner 2026 gilt die Fachkräfteverordnung 2026. Fräser und Dreher stehen darin auf der Liste der bundesweiten Mangelberufe, gemeinsam mit Schweißern, Schlossern und Maschinenschlossern. In Vorarlberg gelten zusätzlich Automaten- und Maschineneinrichter als regionaler Mangelberuf.

Gleichzeitig steigt die Arbeitslosigkeit. Ende September 2026 waren in Vorarlberg 11.343 Menschen arbeitslos gemeldet, um 7,4 Prozent mehr als ein Jahr davor. An der Fräse hilft dir das wenig: 73 Prozent der offenen Stellen beim AMS Vorarlberg verlangen mindestens einen Lehrabschluss, 46 Prozent der Arbeitslosen haben höchstens die Pflichtschule abgeschlossen. Das AMS spricht von einem Mismatch. In Tirol lag die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent, dem niedrigsten Wert in Österreich. Bei Menschen mit Lehrabschluss waren es dort nur 2,8 Prozent.

Für dich heißt das: Ein Fräser, der seine Maschine kennt und selbst programmiert, arbeitet praktisch immer schon irgendwo. Wenn du ihn willst, holst du ihn von dort. Fair, diskret und mit einem Angebot, das für ihn spürbar etwas verbessert.

Was einen Fräser wirklich zum Wechsel bringt

In unseren Gesprächen mit Zerspanern geht es selten zuerst ums Geld. Gewechselt wird aber erst, wenn sich im Arbeitsalltag etwas ändert. Diese Punkte solltest du klar haben, bevor du jemanden ansprichst:

  • Maschinenpark: Wie alt sind die Maschinen? Gibt es 5-Achs-Bearbeitung, Automation, Nullpunktspannsysteme, eine ordentliche Werkzeugverwaltung? Wer seit Jahren an einer müden Maschine steht, hört bei einer neuen genau hin.

  • Steuerung: Heidenhain, Siemens oder Fanuc ist für viele Fräser eine Grundsatzfrage. Sag gleich dazu, womit bei dir gearbeitet wird. Passt es nicht, biete eine Schulung an und plan die Einarbeitung ehrlich ein.

  • Schichtmodell: Zwei Schichten oder drei, Nachtschicht ja oder nein, Samstag, Gleitzeit in der Frühschicht. Für jemanden mit kleinen Kindern ist ein fixes Tagesmodell oft mehr wert als eine höhere Zulage.

  • Verantwortung: Darf er selbst programmieren, an der Maschine oder im CAM? Fertigt er Einzelteile und Prototypen oder legt er nur Serienteile ein? Gute Fräser wollen mitdenken dürfen.

  • Wertschätzung: Kommt der Chef in die Halle? Werden Überstunden ausbezahlt oder verschwinden sie irgendwo? Wird ein Verbesserungsvorschlag umgesetzt oder abgetan? So etwas spricht sich in der Branche herum, im Guten wie im Schlechten.

Beim Geld gilt: Nenn eine konkrete Bandbreite als Jahresbrutto, inklusive 13. und 14. Gehalt, Schicht- und Erschwerniszulagen. Eine Zahl, die man vergleichen kann, wirkt seriöser als „Überzahlung nach Vereinbarung“.

So funktioniert Direktansprache in der Praxis

Direktansprache heißt, du wartest nicht auf Bewerbungen. Du gehst auf die Leute zu, die zu deiner Fertigung passen. Bei uns läuft das in vier Schritten.

  1. Profil schärfen. Welche Teile, Losgrößen, Werkstoffe und Toleranzen? Welche Steuerung, welches Schichtmodell, welcher Lohnrahmen? Je genauer das Bild, desto gezielter die Suche.

  2. Die passenden Leute finden. Fräser mit der richtigen Erfahrung arbeiten in Betrieben mit ähnlicher Fertigung, im Werkzeugbau, in der Lohnfertigung oder in der Industrie. Dazu kommen Empfehlungen aus unserem Netzwerk.

  3. Diskret ansprechen. Der erste Kontakt ist kurz und konkret: wer sucht, was die Stelle bietet, warum gerade er gefragt wird. Kein Druck und keine Anrufe über die Firmenzentrale. Viele melden sich am Abend oder am Wochenende zurück, und das passt so.

  4. Kennenlernen in der Werkstatt. Ist das Interesse da, folgt ein Gespräch, am besten direkt bei dir an den Maschinen.

Ein Tipp, falls du selbst ansprichst: Lass die Finger von Leuten bei deinen Kunden und Lieferanten. Den Fräser hast du dann vielleicht, den Auftrag womöglich nicht mehr. Frag außerdem deine eigenen Leute. Wer bei dir gern arbeitet, kennt meist Kollegen aus der Berufsschule oder dem früheren Betrieb.

Was ein gutes Erstgespräch mit einem Fräser braucht

Wer angesprochen wurde, hat sich nicht beworben. Er kommt, um zu schauen, ob sich ein Wechsel für ihn lohnt. Das Gespräch muss deshalb vor allem für ihn funktionieren.

  • Rein in die Halle. Zeig die Maschine, an der er arbeiten würde, und stell ihm den Werkstattleiter und die Kollegen vor.

  • Fachfragen statt Formalitäten. Mit welcher Steuerung arbeitest du? Programmierst du selbst? Welche Werkstoffe, Toleranzen und Messmittel kennst du? So merkt er, dass hier jemand weiß, wovon er redet.

  • Klare Zahlen. Jahresbrutto, Zulagen, Arbeitszeit und Überstundenregelung gehören ins erste Gespräch. Wer hier herumdruckst, verliert.

  • Schnell entscheiden. Sag am Ende, wie es weitergeht, und melde dich innerhalb weniger Tage mit einem schriftlichen Angebot. Ein guter Fräser hat meist mehr als eine Option.

Für manche Kandidaten passt auch der Weg über Überlassung. In Österreich arbeitet die Fachkraft dann zuerst bei dir, ihr lernt euch im Alltag kennen, und danach übernimmst du sie fix. In Deutschland bieten wir ausschließlich Vermittlung an.

Fräser aus dem Ausland: die Rot-Weiß-Rot-Karte kurz erklärt

Wenn im eigenen Tal niemand zu finden ist, lohnt der Blick über die Grenze. Fachkräfte aus der EU brauchen für eine Stelle in Österreich keine Arbeitsbewilligung. Für Fachkräfte aus Drittstaaten gibt es die Rot-Weiß-Rot-Karte für Mangelberufe. Weil Fräser und Dreher auf der Liste stehen, sind die Voraussetzungen überschaubar:

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung im Mangelberuf, vergleichbar mit einer österreichischen Lehre

  • ein verbindliches Jobangebot von dir

  • mindestens 55 von 90 Punkten für Qualifikation, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und Alter

  • mindestens das Entgelt nach Gesetz, Verordnung oder Kollektivvertrag

Werden die Punkte erreicht, braucht es keine zusätzliche Prüfung der Arbeitsmarktlage. Plane trotzdem Zeit für das Verfahren ein, und für Deutsch an der Maschine.

Was dich das Warten kostet

Jede Woche ohne Fräser kostet dich Geld: Überstunden im Team, verschobene Aufträge, Maschinenstunden, die niemand fährt, und deine eigene Zeit. Mit unserem Kosten-Rechner für offene Stellen siehst du in einer Minute, was die Lücke bei dir ausmacht. Wie wir für Metallbetriebe suchen, findest du auf der Seite Personalvermittlung Metall & CNC.

Häufige Fragen


Eine seriöse Durchschnittszahl gibt es nicht. Es hängt von Region, Steuerung, Schichtmodell und Lohnrahmen ab. Bei der Direktansprache ist die Suche selten der Engpass. Häufiger bremst die Zeit zwischen dem ersten Gespräch und der Zusage.

Am besten die, mit der in deinem Betrieb gearbeitet wird, etwa Heidenhain, Siemens oder Fanuc. Ein erfahrener Fräser lernt eine neue Steuerung, braucht dafür aber Schulung und Zeit. Nenn die Steuerung deshalb schon bei der ersten Ansprache.

Bei der Vermittlung zahlst du nur bei Erfolg, also erst, wenn du jemanden einstellst. Wie hoch das Honorar ist, bekommst du schriftlich, bevor wir mit der Suche beginnen.

In Österreich ja. Über Überlassung arbeitet die Fachkraft zuerst bei dir, danach kannst du sie fix übernehmen. In Deutschland bieten wir nur Vermittlung an, keine Zeitarbeit.


Fazit: Der beste Fräser bewirbt sich nicht

Wer einen CNC-Fräser finden will, braucht ein klares Angebot, einen echten Grund zum Wechseln und Tempo nach dem ersten Gespräch. Die Leute, die du wirklich willst, erreichst du über die direkte Ansprache. Fehlt dir dafür die Zeit, übernehmen wir das für dich, in Vorarlberg, Tirol, ganz Österreich, der Ostschweiz, Bayern und Baden-Württemberg.

In 20 Minuten klären wir, wen du suchst und ob wir helfen können: 20-Min-Gespräch buchen. Oder schreib uns an office@hofer-personal.at. Betriebe bekommen innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Quellen

  1. Fachkräfteverordnung 2026, BGBl. II Nr. 316/2025 (RIS, ausgegeben am 23. Dezember 2025)

  2. Bundesweite Mangelberufe 2026 (migration.gv.at)

  3. Rot-Weiß-Rot-Karte für Fachkräfte in Mangelberufen (migration.gv.at)

  4. Die Rot-Weiß-Rot-Karte: Fachkräfte in Mangelberufen (WKO)

  5. Arbeitslosigkeit in Vorarlberg steigt (VOL.AT, 1. Oktober 2026, Arbeitsmarktdaten des AMS Vorarlberg Ende September 2026)

  6. Niedrigste Arbeitslosigkeit österreichweit (tirol.ORF.at, Arbeitsmarktdaten des AMS Tirol Ende September 2026)

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