Kollektivvertrag & Lohngestaltung im Handwerk: Was Fachkräfte wirklich wollen
- Susan

- 23. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Der Kollektivvertrag ist das gesetzliche Minimum. Wer als Handwerksbetrieb nur KV zahlt und glaubt, damit wettbewerbsfähig zu sein, hat den Markt 2026 noch nicht verstanden. Gute Fachkräfte wissen was sie wert sind – und sie haben Optionen.
Gleichzeitig gilt: Gehalt allein reicht nicht. Die Betriebe, die im Wettbewerb um Fachkräfte gewinnen, haben verstanden, dass das Gesamtpaket entscheidet.

Was der KV sagt – und was der Markt zahlt
Elektriker (Geselle, 3–5 Jahre): KV-Minimum ca. 2.400 EUR brutto – Markt zahlt 2.800–3.600 EUR
Installateur/Heizungstechniker: KV ca. 2.350 EUR – Markt 2.700–3.400 EUR
Schlosser/Metallbauer: KV ca. 2.300 EUR – Markt 2.600–3.200 EUR
Zimmerer/Maurer: KV ca. 2.250 EUR – Markt 2.500–3.100 EUR
Meister mit Führung: +400–800 EUR über Gesellengehalt als Orientierung
Was über den KV hinaus erwartet wird
Fachkräfte vergleichen Angebote. Und sie vergleichen nicht nur die Bruttozahl, sondern das Gesamtpaket. Was wird zunehmend als Standard erwartet:
Dienstwagen (auch zur Privatnutzung): Entspricht 500–800 EUR Netto-Mehrwert pro Monat
Hochwertiges Werkzeug gestellt: Kein billiges Baumarkt-Werkzeug – das signalisiert Wertschätzung
Handy und/oder Tablet für die Arbeit: Standard in modernen Betrieben
Weiterbildungsbudget: Meisterkurs-Unterstützung, Fachkurse – langfristiger Karrierewert
Verpflegung auf der Baustelle: Täglicher Mehrwert, der spürbar ist
Was Fachkräfte 2026 wirklich wollen – jenseits des Gehalts
Verlässliche Arbeitszeiten: Keine Überstunden ohne Ankündigung, kein kurzfristiger Einsatz am Wochenende
Direkter Kontakt zur Führung: Kurze Entscheidungswege, echte Mitsprache
Saubere Arbeitsmittel und Fahrzeuge: Wer stolz auf seinen Job ist, will kein verdrecktes Firmenauto
Anerkennung: Ein konkretes 'Gut gemacht' nach einer schwierigen Baustelle kostet nichts
Perspektive: Kann ich mich hier weiterentwickeln? Werde ich langfristig gebraucht?
Wie du die Lohnverhandlung führst
Eine konkrete Zahl nennen – nicht auf den Kandidaten warten
Das Gesamtpaket rechnen: 'Wir zahlen X brutto plus Dienstwagen, Werkzeug und Weiterbildung'
Offen für Nachverhandlung nach Probezeit signalisieren – das schafft Vertrauen
Vergleichsgehälter kennen: WKÖ-KV-Rechner und Gehaltsvergleiche nutzen
Der häufigste Fehler bei Gehaltsverhandlungen
Zu lange warten. Wenn ein Kandidat drei Gespräche hat und du nach zwei Wochen noch kein Angebot gemacht hast, hat jemand anderes entschieden. Im Handwerk gilt: Wer zuerst ein faires Angebot macht, gewinnt.
Fazit
Zahle über dem KV, gestalte das Gesamtpaket attraktiv und kommuniziere es klar. Das ist die einfachste Formel um im Wettbewerb um Handwerker zu gewinnen.
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