Die meisten Fachkraefte lassen jedes Jahr Tausende Euro liegen vor allem bei Gehaltsverhandlung in der Pflege
- Susan

- 29. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen
Du arbeitest hart. Du bringst dich ein. Du bist zuverlaessig. Und trotzdem – am Ende des Jahres steht dein Gehalt noch immer dort, wo es vor drei Jahren war. Kein Wunder: Die meisten Fachkraefte – besonders im Pflege- und Sozialbereich – vermeiden das Thema Gehalt wie einen unangenehmen Patienten. Dabei ist eine gute Gehaltsverhandlung keine Frage von Dreistigkeit. Sie ist eine Frage der Vorbereitung.
Warum Gehaltsverhandlungen in der Pflege so haeufig scheitern
Das groesste Problem ist nicht das fehlende Selbstbewusstsein – es ist die fehlende Vorbereitung. Wer ins Jahresgespraech geht ohne konkrete Zahlen, ohne Argumente und ohne Fallback-Strategie, verliert fast immer. Arbeitgeber sind auf dieses Gespraech vorbereitet. Du solltest es auch sein.
Schritt 1: Dein Marktwert – was verdienen andere?
Bevor du ueberhaupt in das Gespraech gehst, recherchiere deinen Marktwert. Nutze dafuer Gehaltsreporte von Jobboersen wie Gehalt.at, Stepstone oder kununu. Vergleiche nicht nur nach Berufsbezeichnung, sondern auch nach Region, Einrichtungsgroesse und Erfahrungsjahren.
Ein Richtwert fuer Oesterreich: Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen (DGKP) mit 5 Jahren Erfahrung liegen oft zwischen 2.400 und 2.900 Euro brutto – je nach Tageform der Gehaltsverhandlung.

Schritt 2: Deine Argumente – konkret und nachweisbar
Was hast du im vergangenen Jahr geleistet? Schreib es auf. Nicht als vages Selbstlob, sondern als konkrete Beispiele:
· Du hast in der Einarbeitung neuer Kollegen eine fuehrende Rolle uebernommen
· Du hast einen Prozess verbessert, der Zeit oder Ressourcen gespart hat
· Du hast Weiterbildungen absolviert, die deine Qualifikation erhoehen
· Du wirst regelmaessig fuer besondere Aufgaben angefragt
Je konkreter deine Argumente, desto schwerer ist es fuer die Gegenseite, sie zu entkraeften.
Schritt 3: Deine Zahl – und dein Puffer
Nenne immer eine konkrete Zahl. Keine Range ("zwischen 200 und 300 Euro mehr"), sondern eine klare Aussage. Plane dabei einen Puffer ein – wenn du 250 Euro mehr moechtest, nenne 320. Der Verhandlungsspielraum gehoert zur Strategie.

Was tun, wenn das Gehalt nicht verhandelbar ist?
Manchmal sind Budgets wirklich gedeckelt. In diesem Fall verhandle Benefits: mehr Urlaubstage, flexible Arbeitszeiten, Weiterbildungsbudget, Dienstfahrzeug oder Home-Office-Optionen. Auch das ist Gehalt – nur in anderer Form.
Fazit: Verhandeln ist kein Angriff – es ist Professionalitaet
Wer seinen Wert kennt und ihn klar kommuniziert, wird als professionell wahrgenommen – nicht als schwierig. Gute Arbeitgeber respektieren Mitarbeitende, die fuer sich eintreten. Und wenn nicht: Dann weisst du, dass es vielleicht Zeit fuer eine neue Herausforderung ist.
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