Willst Du innovativ sein, dann beginne nie mit dem Anfang!

August 18, 2017

Das ist doch eine spektakuläre Erfolgsgeschichte: Das Unternehmen Amazon startet 1994 als Online-Buchhandlung. Jetzt nach guten 20 Jahren, ist Amazon ein großer multinationaler Konzern mit über 302.000 Mitarbeitern, die deutlich über 120 Mrd. US-Dollar pro Jahr umsetzen und nicht nur im Online-Handel, sondern in vielen anderen Bereichen mit ihren Innovationen Maßstäbe setzen.

Amazon-Prime, der 1-Click-Button, Kindle, prime-music, Amazon Video, Streaming-Dienste, Smartphone, Lebensmittel Lieferservice oder jetzt auch ein mithörender Lautsprecher namens ECHO mit ALEXA – die Liste der Innovationen ist sehr lang.

 

Was macht Amazon anders als andere Unternehmen? Wie gelingt es Ihnen, dass Ihre Teams ständig neue Ideen entwickeln – und sie auch UMSETZEN, so dass sie beim Kunden tatsächlich einen Unterschied machen?

 

Amazon beginnt den Innovationsprozess völlig anders als andere
 

Das amerikanische Magazin Inc. hat einen Blick hinter die Kulissen der Amazon-Innovationsfabrik geworfen. Konkret ging es um die Entwicklungsgeschichte des Amazon Echo.

Das ist dieser kleine Zylinder mit Lautsprecher und Mikrophon, der mit dem WLAN verbunden ist und auf Kommando Fragen beantwortet, Musik abspielt oder Einkaufslisten erstellt.

 

Vor kurzen wurde mir in Silicon Valley von Amazon Mitarbeitern erzählt, das ALEXA schon Ihren ersten Mordfall in den USA aufgeklärt hat.

 

Auf den Punkt gebracht: Amazon beginnt den Innovationsprozess völlig anders als andere Unternehmen. Nämlich nicht mit dem Anfang und der üblichen Frage: „Was müssen wir tun, um am Ende dieses Produkt zur Serienreife zu bringen?“

 

We have a thing called ‚working backwards‘
 

Nein, das Amazon-Team rollt das Feld von hinten auf: „We have a thing called ‚working backwards‘“ – Man denkt vom Ende her und bewegt sich dann rückwärts zum Ist-Zustand.

 

Beim Echo begann alles mit einer imaginären Pressemitteilung: Das Entwicklerteam setzte sich hin und verfasste den Text zur Veröffentlichung des fertigen Produkts. Dabei ignorierten sie alle technischen Details und alle möglichen Schwierigkeiten.

 

Dann schrieben sie die FAQ`s, also die Antworten auf die vorstellbaren Fragen von Kunden. Sie machten also genau das, was jedes „andere (normale)“ Unternehmen ganz am Schluss macht, wenn das Produkt fertig ist.

 

Innovation mit dem Ende im Sinn zu beginnen
 

Probiert das mal in Eurem Unternehmen aus. Innovationen mit dem Ende im Sinn zu beginnen ist clever:

 

Erstens: Du legst damit die Latte hoch und lässt dich von dem, was momentan alles nicht geht, gar nicht erst blockieren.

 

Zweitens verschwendest Du nicht übermäßig viel Zeit und Ressourcen in der Anfangsphase, während die eigentlich wichtige Arbeit, die später kommt, unter enormem Zeitdruck und mit knappen Ressourcen erledigt werden muss.

 

Drittens steht so von Anfang an der Kunde im Vordergrund – und nicht die technischen Merkmale. Beim Echo konzentrierte sich das Team sofort auf das, was der Anwender wirklich braucht – und nicht, was aus Sicht des Entwicklers möglich wäre.

 

Was für Unternehmen gilt, gilt auch für jeden von uns.

 

Stephen R. Covey schreibt in seinem Buch